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Glasdusche reinigen, entkalken, versiegeln – und wann der Glaser hilft

Kalk auf der Glasdusche: welche Mittel Glashersteller empfehlen, was dem Glas schadet, was Beschichtungen bringen und wann der Glaser helfen muss.

Eine Glasdusche sieht nur so lange elegant aus, wie das Glas klar bleibt. Der Hauptgegner ist Kalk, und wie stark er sich ablagert, hängt vor allem vom Wasser an Ihrem Wohnort ab. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was Glashersteller und Glaser zur Pflege empfehlen, welche Mittel dem Glas schaden und woran Sie erkennen, dass Putzen nicht mehr hilft.

Warum Duschglas so schnell verkalkt

Kalk entsteht aus Calcium und Magnesium, die im Trinkwasser gelöst sind. In der Schweiz wird die Wasserhärte in französischen Härtegraden (°fH) angegeben. Der Kanton Zürich teilt Wasser ein in weich (unter 15 °fH), mittelhart (15–25 °fH), ziemlich hart (25–31 °fH), hart (32–42 °fH) und sehr hart (über 42 °fH). Je härter das Wasser, desto mehr Kalk bleibt nach dem Trocknen auf Armaturen und Glas zurück. Die Werte für Ihre Gemeinde veröffentlicht die örtliche Wasserversorgung.

Dazu kommen Seifen- und Shampooreste, die sich mit dem Kalk zu einem grauen Film verbinden. Wer diesen Film täglich entfernt, hat später wenig Arbeit; wer ihn wochenlang wachsen lässt, braucht stärkere Mittel.

Die tägliche Pflege: Wasser weg, bevor es trocknet

Am meisten bringt eine Gewohnheit: nach jedem Duschen das Wasser mit einem Abzieher vom Glas ziehen. Demenga Glas, ein Glaser aus Basel, empfiehlt, die Gläser nach dem Duschen erst heiss und dann kalt abzuspülen, mit dem Abzieher abzuziehen und mit einem Mikrofasertuch nachzuwischen; einmal pro Woche kommt Glasreiniger dazu.

Für die gründliche Reinigung gibt das Merkblatt «Reinigung von Glasprodukten» von Glas Trösch einen klaren Ablauf vor:

  1. Nie trocken reinigen. Das Glas zuerst mit reichlich Wasser besprühen, damit harte Partikel aufweichen und nicht kratzen.
  2. Saubere Hilfsmittel. Tücher und Pads regelmässig auswaschen, sonst tragen sie Schmutz über das Glas.
  3. Fett mit Glasreiniger, danach mit Wasser nachspülen.
  4. Immer die ganze Fläche reinigen, sonst entstehen «Wolken».
  5. Fugen und Beschläge aussparen. Silikonfugen, Beschläge und Dichtungen gehören nicht in den Reinigungsgang.
  6. Trocknen mit einem weichen, sauberen Tuch – auch die Ränder.

Kalk entfernen: Was erlaubt ist

Für starke Kalkablagerungen nennt dasselbe Merkblatt Putzessig oder Kalkentferner, die 2–3 Minuten einwirken und danach mit reichlich Wasser abgespült werden. Als Alternative führt es eine Mischung aus Essig und Wasser oder Brennsprit und Wasser im Verhältnis 1:5 an; dieselbe Mischung empfiehlt auch Demenga Glas.

Die Hinweise der Fachleute unterscheiden sich allerdings im Detail. Ein allgemeines Merkblatt zur Glasreinigung am Bau, das ebenfalls auf der Website von Glas Trösch steht, rät von Säuren generell ab, und auch Demenga Glas zählt alkalische und saure Reiniger zu den Mitteln, die man meiden sollte – obwohl es selbst die verdünnte Essigmischung empfiehlt. Halten Sie sich deshalb an kurze Einwirkzeiten, spülen Sie gründlich nach und lesen Sie bei beschichtetem Glas zuerst die Pflegeanleitung des Herstellers. Im Zweifel fragt man den Glaser, der die Dusche eingebaut hat.

Was dem Glas schadet

Laut Glas Trösch dürfen für Glasprodukte keine stark alkalischen Waschlaugen, Säuren oder fluoridhaltigen Mittel und keine salmiak- oder ammoniakhaltigen Putzmittel verwendet werden – die kurz einwirkenden Kalkmittel oben nennt dasselbe Merkblatt als Ausnahme für starke Kalkablagerungen. Ungeeignet sind auch Scheuermittel, Klingen, Stahlwolle und Zeitungspapier. Demenga Glas nennt zusätzlich raue Putzschwämme, Alkohol und Nitroverdünner.

Besonders wichtig bei Duschen aus Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG): Ein Kratzer ist ärgerlich, aber er darf nicht weggeschliffen werden. Das Merkblatt zur Glasreinigung hält fest, dass das Auspolieren von Oberflächenschäden bei ESG zu einem Festigkeitsverlust führt und die Sicherheit des Bauteils danach nicht mehr gegeben ist. Ein zerkratztes Duschglas wird ersetzt, nicht poliert.

Wenn der Kalk «eingefressen» ist

Manche Duschwände werden trotz Pflege nie mehr richtig klar. Dann liegt das Problem oft nicht mehr auf, sondern im Glas. Glas Trösch erklärt im Fachwissen «Glas und Praxis», dass sich aus der Glasoberfläche in Verbindung mit Wasser Natriumionen lösen können; dabei kann Natronlauge entstehen. Besonders im Übergang zwischen Wasser und Luft, wo sich das Wasser kaum austauscht, kann das die Oberfläche schädigen. Laugen hinterlassen sichtbare, nicht mehr behebbare Verätzungen.

In der Produktinformation zu seiner Antikorrosionsbeschichtung beschreibt Glas Trösch das Ergebnis bei Duschen: Dauerhafte Feuchtigkeit, Wasser, Shampoos und Wärme lassen herkömmliches Duschglas altern; es wird stumpf, rau und fleckig, und auch regelmässige Reinigung kann das nicht ganz verhindern.

So unterscheiden Sie die beiden Fälle in der Praxis: Löst ein Kalkentferner den Belag nach der Einwirkzeit, war es Kalk. Bleibt die Fläche trotz Kalkentferner matt und fühlt sich rau an, ist vermutlich die Oberfläche angegriffen. Dann hilft kein Putzmittel mehr; ein Glaser kann beurteilen, ob sich ein Ersatz der Scheibe lohnt.

Versiegeln und beschichten: Was es bringt

Es gibt zwei Wege:

  • Beschichtung ab Werk. Glashersteller tragen eine dünne Spezialschicht auf, die fest mit dem Glas verbunden wird. Glas Trösch nennt für seine Beschichtung Korrosionsschutz und Beständigkeit gegen Putzmittel und Waschsubstanzen. Eine solche Beschichtung lässt sich nur bei neuem Glas bestellen.
  • Nachträgliche Versiegelung. Sie wird auf bestehendes Glas aufgetragen und soll das Wasser abperlen lassen. Wie lange sie hält und wie oft sie erneuert werden muss, steht in den Angaben des jeweiligen Produkts.

Demenga Glas schreibt, der Pflegeaufwand sei bei beschichteten Gläsern wesentlich geringer, die richtige Pflege aber trotzdem wichtig: sanfte Badesprays, weiche Mikrofasertücher und ein weicher Abzieher, keine kratzenden Schwämme und keine ätzenden Reiniger. Wer eine neue Dusche plant und hartes Wasser hat, fragt am besten schon bei der Offerte nach einer Beschichtung ab Werk.

Dichtungen nicht vergessen

Unter den Dichtprofilen sammeln sich Wasser und Kalk. Demenga Glas empfiehlt, aufgesteckte Dichtprofile gelegentlich abzunehmen, sanft mit Reinigungsmittel abzureiben, zu entkalken und trocknen zu lassen. Sind Dichtungen hart oder rissig geworden, tropft die Dusche oder schliesst die Tür nicht mehr sauber, ersetzt der Glaser einzelne Dichtungen, Scharniere oder auch eine einzelne Scheibe.

Wann der Glaser hilft

Rufen Sie einen Fachbetrieb, wenn

  • das Glas trotz Kalkentferner trüb und rau bleibt,
  • eine Scheibe Kratzer, Abplatzungen an der Kante oder Risse hat,
  • Dichtungen, Scharniere oder Laufteile ersetzt werden müssen,
  • Sie eine neue Dusche mit Beschichtung ab Werk möchten.

Für eine einzelne Ersatzscheibe braucht der Glaser das genaue Mass und die Lage aller Bohrungen, denn ESG lässt sich nach dem Vorspannen nicht mehr bearbeiten. Die BFU verlangt für Verglasungen im Nassbereich Sicherheitsglas; ihre Kennzeichnung muss auch nach dem Einbau sichtbar bleiben.

Betriebe, die Duschen nach Mass bauen und reparieren, finden Sie unter Glasdusche und Duschwand nach Mass und im Verzeichnis der Glaser.

Häufige Fragen

Darf ich Essig für die Glasdusche verwenden?
Laut Glas Trösch ja: Starke Kalkablagerungen lassen sich mit Putzessig oder Kalkentferner entfernen, 2–3 Minuten einwirken lassen und danach mit reichlich Wasser abspülen. Glaser wie Demenga Glas nennen eine Mischung aus Essig und Wasser im Verhältnis 1:5. Silikonfugen, Beschläge und Dichtungen sparen Sie aus; bei beschichtetem Glas gilt die Pflegeanleitung.
Warum wird meine Glasdusche trüb, obwohl ich regelmässig putze?
Entweder sitzt Kalk fest, der sich mit Kalkentferner lösen lässt, oder die Glasoberfläche ist selbst angegriffen. Glas Trösch beschreibt, dass Feuchtigkeit, Wasser, Shampoos und Wärme herkömmliches Duschglas altern lassen, bis es stumpf, rau und fleckig wird. Eine angegriffene Oberfläche lässt sich nicht wegputzen; dann bleibt nur ein Ersatz der Scheibe.
Kann man Kratzer aus der Glasdusche herauspolieren?
Bei Duschen aus ESG nicht. Laut einem auf der Website von Glas Trösch veröffentlichten Merkblatt führt das Auspolieren von Oberflächenschäden bei ESG zu einem Festigkeitsverlust; die Sicherheit des Bauteils ist danach nicht mehr gegeben.
Lohnt sich eine Versiegelung der Glasdusche?
Eine Beschichtung kann die Pflege erleichtern; Demenga Glas schreibt, der Pflegeaufwand sei bei beschichteten Gläsern wesentlich geringer. Werkseitige Beschichtungen sind fest mit dem Glas verbunden, nachträgliche Versiegelungen halten so lange, wie es der Hersteller angibt. Kratzende Schwämme und ätzende Reiniger schaden beiden.

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